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IMAXIMAX ist ein von der gleichnamigen kanadischen Firma entwickeltes Kino-System. Es verwendet das größte Filmformat weltweit. Die sich daraus ergebende hohe Auflösung ermöglicht Leinwandflächen von 500 m² und mehr in ausgezeichneter Bildqualität. Das Wort "IMAX" entstand aus den Worten "Images maximum", was zu Deutsch in etwa "größtmögliche Bilder" heißt. Technisch wird das IMAX-System durch die Verwendung von horizontal geführtem 70-mm-Film realisiert.
Geschichte
70-mm-Film
Auf der EXPO 1967 in Montréal, Kanada galten Multi-Leinwand-Filme als Attraktion. Die kanadischen Filmemacher und Unternehmer Graeme Ferguson, Roman Kroitor und Robert Kerr beschlossen angesichts des Erfolges ein System zu konzipieren, in dem ein einzelner starker Projektor verwendet wird, statt der noch üblichen multiplen Projektoren. Sie gründeten 1967 die Imax Corporation mit Sitz in Mississauga, Kanada. Auf der EXPO 1970 in Osaka, Japan wurde schliesslich im Fuji Pavillon erstmals das IMAX-Filmprojektorensystem vorgestellt.
Das erste permanente IMAX-Projektionssystem wurde 1971 im Cinesphere-Kino am Ontario Place in Toronto installiert. Eine Variation, das IMAX Dome (OMNIMAX), hatte seine Premiere im Jahre 1973 im Reuben H. Fleet Space Theater in San Diego.
In der Folge setzte IMAX seine Anstrengungen fort, das IMAX-Erlebnis weiterzuentwickeln. So hatte IMAX 3D im kanadischen Pavillon auf der EXPO 1986 in Vancouver, Kanada Premiere, die beiden Systeme IMAX 3D Dome und IMAX Magic Carpet jeweils im Fujitsu Pavillon und im Sanwa Midori-Kai Pavillon auf der Expo 1990 in Osaka, Japan. Auf der EXPO 1992 in Sevilla, Spanien setzte IMAX im kanadischen Pavillon seine Weltaustellungs-Tradition fort mit der Uraufführung des IMAX HD Systems.
Technik
Spanien
Der 70mm-Film läuft horizontal durch den Projektor, so dass eine Bildfläche von etwa 71 x 52 mm möglich wird. Um ein Reißen des Films zu verhindern, wird dieser in einer rollenden Schleife geführt. Die Projektionslampe ist eine Xenon-Bogenlampe und hat eine Leistung von 15 kW, bei 3D-Projektionen, für die zwei Projektoren mit unterschiedlich polarisierem Licht verwendet werden, also insgesamt 30 kW. Die Lampe muss wassergekühlt werden; ihre Betriebsspannung beträgt 37,5 Volt bei einer Stromaufnahme von 400A. Das Mehrkanal-Tonsystem hat 25 kW Leistung, dadurch erscheinen Filmmusik und Geräusche besonders realistisch.
Um den Film schonend durch den Projektor zu transportieren und gleichzeitig ein brilliantes, scharfes und flimmerfreies Bild zu produzieren, hat die IMAX Corp. den sogenannten Rolling Loop (rollende Schleife) Filmtransport erfunden. Der Filmstreifen wird bei diesem Verfahren hotizontal und in wellenartiger Bewegung vorwärts bewegt.
Anliegend am Rotor befindet sich ein sogenanntes Einlaufrad, das den Film in die vorbeifahrenden Taschen des Rotors drückt, so dass der Film wellenförmig auf diesem liegt. Die einzelnen Bilder werden von Sperrgitterstreifen justiert, durch vier Pins fixiert und durch ein Vakuum an die Hinterlinse der Projektionsoptik gesaugt. Somit ergeben sich annähernd perfekter Bildstand und Schärfe. Durch die hohe Frequenz von über 120Hz und die starken Xenon Bogenlampen mit ca. 15.000W Leistung wird ein brilliantes Bild produziert. Das Gewicht eines flüssiggekühlten Single-Projektors beträgt ungefähr 900kg.
Bei 3D-Projektionen bekommen die Zuschauer eine 3D-Brille (zwei unterschiedlich polarisierende Folien) zum Betrachten der Filme.
IMAX 3D
Das IMAX 3D Kino nutzt die Polarisationstechnik, um ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Dazu werden zwei Hochleistungs-Projektoren benutzt, deren Linsen einen Abstand von 2,5 inch (~6,3 cm) aufweisen. Durch den Abstand der Linsen zueinander und dem zwischen Projektor und Leinwand, wird eine Deviation erreicht, die in etwa der des menschlichen Gesichtsfeldes gleicht. Um für die beiden Augen einzelne Bilder projizieren zu können, nutzt man im IMAX 3D zirkular polarisiertes Licht, das durch eine Lambda/4 Platte erzeugt wird. Dabei wird durch den linken Projektor horizontal polarisiertes Licht, und durch den rechten Projektor vertikal polarisiertes Licht auf die spezielle beschichtete Leinwand geworfen. Diese reflektiert das polarisierte, eintreffende Licht im gleichen Winkel zurück. Gleichzeitig trägt der Zuschauer eine Polarisationsbrille, die äquivalent zu den Projektoren auf dem einen Glas nur vertikal polarisiert und auf dem anderen Glas nur horizontal polarisiert lichtdurchlässig ist. Vorteil dieser Technik ist die unkomplizierte Handhabung der 3D-Brillen. Da jeder Polfilter unabhängig vom Poleffekt und Drehwinkel ungefähr 1,5 Blendenstufen schluckt sind sehr starke Xenonlampen nötig, die aufgrund der hohen Hitzeentwicklung stark gekühlt werden müssen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass der Rückstrahleffekt stark Winkelabhängig ist, was eine relativ ebene Leinwand voraussetzt.
IMAX Dome
Das IMAX Dome Kino verstärkt den 3D Effekt durch eine halbkugelförmige Leinwand. Durch die technischen Bedingungen ist hier der Einsatz polarisierten Lichts nicht einwandfrei möglich. Die IMAX Domes sind deshalb mit der Shuttertechnik ausgestattet. Hierzu werden alternierend Bilder für das rechte und linke Auge auf die perforierte Leinwand projiziert. Um jeweils nur das entsprechende Bild wahrnehmen zu können, muss der Benutzer zusätzlich eine LCD-Shutterbrille tragen. Diese ist mittels eines Stereoemitters mit dem Projektor synchronisiert, und dunkelt jeweils ein Brillenglas ab. Um ein flimmerfreies Bild zu ermöglichen, wird neben der absoluten Synchronisation eine Bildfrequenz von >120Hz benötigt. Vorteil dieser Technik ist die Unabhängigkeit von der Leinwandgeometrie. Nachteilig wirkt sich für den Zuschauer das hohe Gewicht der Brille aus. Zusätzlich ist er in seinem Bewegungsradius durch den benötigten Stereoemitter eingeschränkt, was im IMAX Dome allerdings nicht übermäßig beeinträchtigt.
Entwicklungen
SANDDE™
Zur Siggraph 1997 in Los Angeles, California präsentierte die IMAX Corp. erstmals ihr proprietäres 3D-Animations- und Zeichenwerkzeug SANDDE™ (Sterephonic Animation Drawing Device).
SANDDE™ stellt ein System aus Hardware und Software Komponenten dar, das es ermöglicht 3D Animationsfilme für IMAX 3D Kinos zu erstellen.
Als Erfinder gilt Roman Kroitor, während die Entwicklungsarbeit hauptsächlich seinem Bruder Paul Kroitor und Greg Labute zugesprochen wird.
SANDDE™ zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es sogar Künstlern, die bislang nur in 2D gezeichnet haben, nach kurzer Eingewöhnungszeit ermöglicht, Bilder von Hand im dreidimensionalen Raum zu zeichnen.
Der Zeichner steht dazu frei in einem speziell ausgestatteten Raum. Als Zeichenwerkzeug dient ein Stabwerkzeug, dass ein magnetisches Feld aufbaut, und so die eigene Position im Raum direkt an das per Kabel angeschlossene Rechnersystem überträgt. Um die Formen und Bewegungen des magnetischen Trackers in Echtzeit umsetzen zu können, wurde eigens eine vektor-basierte Animationssoftware für IMAX 3D Filme entwickelt.
Das System läuft auf Windows NT und wurde anfänglich mit Pentium III Prozessoren betrieben.
Um dem Zeichner zu ermöglichen, seine Arbeit möglichst ähnlich dem späteren Ergebnis zu betrachten, kommt eine ähnliche Technik zum Einsatz, die auch in den IMAX 3D Kinos benutzt wird. Hierzu ist eine maximal 12x16 Fuß große Leinwand vor dem Künstler angebracht. Durch die angeschlossenen Computersysteme wird in das vom Künstler gezeichnete Bild die benötigte Deviation gerechnet, und das Ergebnis durch zwei Projektoren im Rücken des Zeichners umgesetzt. Um das von der Leinwand reflektierte, dreidimensionale Bild erkennen zu können, nutzt der Animator eine 3D-Brille. Je nach angewandtem Verfahren ist dies eine Polarisations- oder eine Shutterbrille. Die Polarisationstechnik kommt im IMAX 3D zum Einsatz, wohingegen die Shuttertechnik im IMAX Dome genutzt wird.
So ist es ihm möglich seine Zeichnungen optimal auf perspektivischen Gegebenheiten im IMAX 3D Kino abzustimmen. Das Bild wird für den Zeichner in Echtzeit berechnet und projiziert. Anders als in der 2D-Animationstechnik ist es nur nötig die Farben für die Flächen eines Bildes festzulegen, um den Film zu kolorieren. Durch einen automatischen Prozess wird die Farbe der Flächen auf die restlichen Frames übertragen.
Obwohl sich SANDDE™ derzeit noch im Entwicklungsstadium befindet, war es der IMAX Corp. bereits möglich erste Filme mit der neuen Technik zu erstellen.
GEPPETTO™
Benannt nach dem Schreiner, der die Marionette Pinocchio erschaffen hat, stellt Geppetto eine komplementäre Animations-Technik zu SANDDE™ dar. Es wurde auf der Siggraph 1998 in Orlando, Florida erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, und dient der Animation in 3D erstellter Charaktere.
Während mit SANDDE™ die Keyframes gezeichnet wurden, ist es mit GEPPETTO™ möglich die Bewegungen zwischen diesen automatisch zu berechnen. So kann der Zeichner Änderungen in der Bewegung seiner Charaktere durch die Veränderung von Keyframes in Echtzeit umzusetzen.
GEPPETTO™ befindet sich, wie SANDDE™ derzeit im Entwicklungsstadium.
Filme
Gezeigt werden Filme, die im IMAX-Format mit speziellen Kameras aufgenommen wurden. Da der Dreh wegen des unhandlichen Filmformats sehr aufwändig und teuer ist, sind IMAX-Filme selten länger als eine Stunde. Beispiele:
- Siegfried & Roy - The Magic Box, 45 min.
- Echoes of the sun, 1990, 20 min.
- The Last Buffalo, 1990, 27 min.
- Imagine 3D, 1993, 22 min.
- Into the Deep, 1995, 35 min.
- L5 - First City In Space, 1996, 35 min.
- New York 3-D - Eine Zeitreise
- Odyssee 3D - Aufbruch in die 3. Dimension (3D Mania - Encounter in the Third Dimension), 40 min.
- 3D für Fortgeschrittene (Misadventures in 3D)
- The IMAX Nutckracker, 1997, 40 min.
- The hidden Dimension, 1997, 39 min.
- T-REX - Reise in die Urzeit (Back to the Cretaceous), 1998, 40 min.
- Verschollen in den Anden (Wings of Courage 3D)
- Space Station, 1998 - 2001
- Galapagos, 1999
- Gulliver's Travels
- SOS Planet, 2002
- Cirque du Soleil - Journey of Man
- Das Geisterschloss 3D (Haunted Castle), 2001, Color, 38 min.
- Akrobaten der Lüfte
- Ghosts of the Abyss 3D
- Bugs 3D
- NASCAR 3D, 40 min.
- Ocean Wonderland 3D, 44 min.
- Sharks 3D, 42 min.
- Race for Atlantis, 45 min. läuft im "Caesars Palace" in Las Vegas
- Hail Columbia
- The Lion King
"Shrek 3D" (15 min.), als Beigabe auf der Neuausgabe des ersten Shrek-Kinofilms auf DVD, wurde in einigen Ländern auch in Imax-Kinos in 3D gezeigt.
Disney's "Der König der Löwen" (1994) wurde 2004 mit zusätzlichen Szenen sowie verbesserter Bild- und Tonqualität im IMAX-Format neu aufgelegt.
Der Animationsfilm "Polar-Express" (2004, 90 min.) wurde im Imax-3D-Format vorgeführt.
Folgende Filme wurden mit der IMAX SANDDE™ Technik erstellt:
- Paint Misbehavin' (1997), directed by Peter Stephenson and Roman Kroitor, IMAX 3D, 2:07 min.
- CyberWorld 3D (2000), directed by Colin Davies and Elaine Despins, IMAX 3D, 55 min.
- Falling in Love Again (2003), directed by Munro Ferguson, National Film Board of Canada, 2:57 min.
- Moon Man (2004), directed by Paul Morstad, National Film Board of Canada, 2:30 min.
- June (2004), directed by Munro Ferguson, National Film Board of Canada, 6:45 min.
Kinos
Deutschland
IMAX-Kinos in Deutschland gibt es in Berlin (IMAX 3D+Dome), Brühl (Simulatoren im Phantasialand), Nürnberg (IMAX 3D+Kuppel+Motion Action Drive mit 3D), Sinsheim (IMAX 3D) und Speyer (Dome).
Das größte IMAX Europas befindet sich in Nürnberg.
Das zweiterfolgreichste IMAX-Kino der Welt befindet sich in Berlin direkt am Potsdamer Platz. Das "Discovery Channel IMAX Berlin" und das IMAX am Cinecittà Nürnberg haben als einzige Theater in Deutschland zwei IMAX-Systeme in einem Kinosaal untergebracht, zum einen "IMAX Dome", welches das oben erklärte Format darstellt, und zum anderen "IMAX 3D", ein Verfahren, mit dem die Zuschauer per 3D-Brille die Bilder hautnah erleben können. Beide Theater bieten den Zuschauern im IMAX Dome ein circa 1000 m² großes Bild und besitzen damit die größten Leinwände Deutschlands. Die 3D-Leinwände sind zwar mit circa 600 m² kleiner als die Kuppelleinwände, sprengen aber immer noch jegliche Dimension normaler Kinoleinwände.
Im Space-Center Bremen befand sich bis zur Schließung am 26. September 2004 ebenfalls ein IMAX-Kino, das auch 3D-Filme zeigte. Auch in Düsseldorf befand sich bis 2001 im UFA-Palast am Hauptbahnhof ein IMAX-Kino. Ein IMAX-Kino in München, welches ebenfalls 3D-Filme im Angebot hatte, wurde Anfang 2005 wegen Insolvenz des Betreibers geschlossen. Auch die IMAX-Kinos in Dettelbach/Franken, Bochum und Frankfurt mussten aus Gründen der Insolvenz schließen.
Großbritannien
In Großbritannien gibt es IMAX-Kinos in Birmingham, Bournemouth, Bradford, Bristol, Glasgow und Manchester. In London gibt es gleich zwei IMAX-Kinos. Eins befindet sich unweit des Bahnhofs Waterloo, das andere im Science Museum.
Schweiz
In Luzern gibt es ein IMAX-Kino im Verkehrshaus der Schweiz (Museum).
Österreich
Bis inklusive 15. November befand sich in der Mariahilferstraße 212 in Wien das einzige IMAX-Kino Österreichs, es musste aber aufgrund der Insolvenz des Betreibers LFC geschlossen werden. Verhandlungen über eine Weiterführung des Kinobetriebs durch IMAX Kanada selbst sind gescheitert, obwohl die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Inhaber des IMAX-Gebäudes auch angeboten hatte, vorerst auf die Miete zu verzichten und diese erst später über eine Gewinnbeteiligung wieder einzubringen. IMAX Kanada wollte jedoch keinerlei Betreiberrisiken übernehmen, weshalb die BIG die Verhandlungen abbrechen musste.
Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, vor allem sind sie aber auf Besuchermangel zurückzufüheren. Anfangs ein Besuchermagnet und auf Monate hinaus ausgebucht, waren die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren immer mehr rückläufig. Oft kritisiert wurde die Standortwahl neben dem Technischen Museum. So ist das IMAX mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht erreichbar und es befinden sich in der näheren Umgebung weder erwähnenswerte Gastronomie noch andere Freizeiteinrichtungen. Weiters wurde auch auf Marketing (bis auf Plakatierung) nahezu zur Gänze verzichtet und die Filmauswahl war vergleichsweise bescheiden und nicht besonders abwechlsungsreich.
Was mit dem nun leerstehenden Gebäude passiert ist unklar - aufgrund der Architektur lässt es sich für nicht viel mehr als einen Kinobetrieb im IMAX-Stil nutzen. Ein Abriss scheint mittelfristig unausweichlich.
Weblinks
Technik
- [http://www.1570films.com Infos über das IMAX (15/70) Format]
- [http://www.hdm-stuttgart.de/~ab31/ReferatIMAX.PDF IMAX - Die Zukunft für Spielfilme? (Referat PDF)]
IMAX-Theater
- [http://www.imax-kinos.de Infos über alle IMAX-Theater in Deutschland, Österreich, Schweiz]
- [http://www.imax.at Infos über alle IMAX-Theater in Österreich]
- [http://www.imax.com Infos über alle IMAX-Theater weltweit]
- [http://www.imax-berlin.de Homepage des Discovery Channel IMAX Berlin]
- [http://www.bigmoviezone.com Suchmaschine für alle IMAX Theater und IMAX Filme weltweit]
- [http://www.br-online.de/bayern-heute/artikel/0502/17-imax/index.xml Infos über die Schließung des IMAX-Kinos in München]
- [http://www.razor3d.de/ Razor 3D Europe - 3D IMAX Filme auf DVD]
Gesprochene Wikipedia
Kategorie:Kino
Kategorie:Filmtechnik
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
Portal Kanada
In unserem Portal Kanada findet man weitere Artikel zu Kanada nach Themen sortiert. Auch aktuelle Nachrichten aus Kanada sowie Hinweise, wie man sich an der Arbeit im Wikipedia-Bereich Kanada engagieren kann, sind vorhanden.
Weblinks
- [http://www.canada.ca Offizielle Homepage von Kanada]
- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
- [http://www.weltkarte.com/nordamerika/landkarte-kanada.htm Landkarten und Stadtpläne von Kanada]
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
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Kinoer Kurkinos]]
Kinos, auch Lichtspieltheater, Lichtspielhäuser oder Filmtheater, sind Abspielorte für alle Arten von Filmen. Manchmal steht der Begriff auch für die Filmkunst an sich, auch für das Erlebnis des Ins-Kino-Gehens.
Geschichte
Die Erfindung des Kinos wird, je nach Quelle, meist den Brüdern Lumière oder Thomas Alva Edison zugeschrieben. Das Kino entstand jedoch erst in langen Jahrzehnten nach der Erfindung des Films organisch im Zusammenspiel von Filmemachern und Publikum. Was die Lumieres, Edison und Max und Emil Skladanowsky damals entwickelt haben und entwickeln wollten, war (bewegter) Film als Rummelplatzattraktion, nicht Kino.
Die Entwicklung der Filmtechnik erwuchs zunächst wissenschaftlichem Interesse. So nahm z. B. der Brite Eadweard Muybridge im Jahre 1870 mit mehreren Kameras den Bewegungsablauf eines Pferdes im Galopp auf, um zu beweisen, dass zu bestimmten Zeitpunkten kein Huf den Boden berührte.
Eine kommerzielle Nutzung der Filmtechnik wurde dann in den USA vor allem von Edison vorangetrieben. Zusammen mit seinem jungen britischen Assistenten William Kennedy Laurie Dickson entwickelte er im Jahre 1891 das Kinetoscope (bzw. Kinetoskop), ein Guckkasten, in dem jeweils eine Person kurze Filme betrachten konnte. Im April 1894 wurden in New York in einer Einkaufspassage fünf dieser Maschinen aufgestellt. Der Preis für eine Nutzung betrug 25 Cent. Andere Entwickler arbeiteten an Kamera-Projektor-Systemen, die die eigentliche Voraussetzung für Kinos sind. Schon Ende der 1880er Jahre gab es in England Experimente mit dieser Technik. Schließlich zum Abschluss gebracht wurde sie, etwa gleichzeitig und unabhängig voneinander, in Frankreich von den Brüdern Lumière und in den USA von Thomas Armat.
Am 19. März 1895 drehte Louis Lumière seinen ersten Film: Er filmte Arbeiter beim Verlassen einer Fabrik (Sortie des usines). Insgesamt fast 400 Filme entstanden im Laufe weniger Jahre, doch die meisten waren lediglich kurze, dokumentarische Alltagsszenen.
Die erste öffentliche Filmvorführung vor einem zahlenden Publikum fand in Europa am 1. November 1895 im Berliner „Wintergarten“ durch die Brüder Skladanowsky statt. Am 28. Dezember 1895 veranstalteten dann in einem Kellersalon („Salon Indien“) des „Grand Cafes“ in Paris die Lumières ihre erste öffentliche Vorstellung.
Als Konkurrenz zur Apparatur der Lumières, dem Cinematographe, kaufte Edison die Projektorversion von Armat und ließ sie unter dem Namen Kinetograph patentieren, produzieren und verkaufen. Der Begriff Kino ist eine Kurzform der ins Deutsche übersetzten Bezeichnung für die Erfindung der Brüder Lumière, dem Kinematographen. Daher sprach man in den 1910er Jahren in Deutschland auch von der Kino, statt das Kino, und meinte damit den Projektor, nicht das Lichtspieltheater selbst.
Kinetograph
Die Filme waren schwarz-weiß, stumm, mit einer Bildgröße von 18×24 mm und einem Seitenverhältnis von 1:1,33. Die ersten Kinos waren Jahrmarktattraktionen, so dass der Kinobesuch meist auf den Sommer beschränkt war. In den USA wurde außerdem das Programm der Varietétheater mit Filmen bereichert, was sich in Deutschland allerdings nicht durchsetzen konnte. Schon im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurden viele Lichtspielhäuser als feste Einrichtungen in den Städten eröffnet. Zunächst waren provisorische Einrichtungen, umgebaut aus Verkaufsläden, die Regel. Sie wurden als Kintöppe (Einzahl: Kintopp, Verballhornung von „Kinetoskop“) bezeichnet und entsprechen den amerikanischen Nickelodeons dieser Zeit. In den 1910er Jahren entstanden dann immer größere und luxuriösere Neubauten, die das Aus für die Kintöppe bedeuteten. Die inzwischen immer länger werdenden Filme wurden mit Klavier, in großen Kinos auch mit Orchester begleitet (siehe dazu Filmmusik). Bis 1927 gab es fast ausschließlich Stummfilme. In diesem Zeitraum entstanden monumentale Werke wie beispielsweise „Geburt einer Nation“ (Birth of a Nation) von David Wark Griffith, Metropolis von Fritz Lang, Ben Hur von Fred Niblo (mit Farbsequenzen) oder „Napoléon“ von Abel Gance, der in diesem Film auch mit Farbfilm, 3D-Film und Breitwandfilm (als Vorläufer von Cinemascope) experimentierte.
Eines der ersten Kinos in Deutschland war Knopfs Lichtspielhaus am Spielbudenplatz der Hamburger Reeperbahn. Eberhard Knopf kaufte 1900 für sein „Konzert- und Automatenhaus“ einen Vorführapparat; das erste Programm bestand aus drei Teilen, „1. Ankunft eines Eisenbahnzuges, 2. Einschiffung auf hoher See und 3. Ein Bauern-Wettreiten“ (Hamburger Tageblatt vom 1. November 1935). 1906 zog das Theater wegen des großen Erfolgs in den eigens neu errichteten Anbau um.
Seit geraumer Zeit versuchte man, den Film mit Ton zu versehen. Der Hauptgrund war, die Schauspieler sprechen zu lassen, um dadurch auf die lästigen Zwischentitel verzichten zu können. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 wurden zwar bereits Ton- und Farbfilm vorgeführt, die Verfahren (z. B. Handcoloration) erwiesen sich aber als zu kostspielig für die kommerzielle Nutzung. Auch Versuche mit Nadelton (mittels einer Schallplatte, die parallel zum Film lief) waren nicht sehr zufriedenstellend, da diese nur sehr schwer mit dem Film zu synchronisieren war.
1926 kam der erste abendfüllende Spielfilm in der Nadeltontechnik des Vitaphone-Patents zur Aufführung: „Don Juan“ von Alan Crosland mit Warner Oland (der später als Charlie Chan berühmt wurde).
1927 kam der Film The Jazz Singer von Alan Crosland als Nadeltonfilm in die Kinos. Alan Crosland Nach dem überragenden Erfolg wurde der Film später auf Lichtton-Film umkopiert. Hierbei wird am linken Bildrand ein 3 mm breiter Streifen für die Tonspur reserviert. Eine kleine Lampe leuchtet auf den Tonstreifen, der je nach Lautstärke und Frequenz des Tonsignals mehr oder weniger stark lichtdurchlässig ist. Das Licht fällt durch den Film auf eine Fotozelle und die dabei entstehenden Helligkeitsschwankungen werden in eine Wechselspannung für ein Tonsignal umgewandelt, das nach Verstärkung den Lautsprechern im Kinosaal zugeführt werden kann. Innerhalb von nur wenigen Jahren verdrängte dann der Tonfilm den Stummfilm.
Technik
Ein Kino projiziert mit einem Projektionsapparat die Bilder des Films auf eine Filmleinwand. Digitales Kino spielt bisher, Anfang 2005, nur eine Nebenrolle. Zum Einsatz kommen daher nahezu ausschließlich Filmprojektoren.
Der Ton wird mit unterschiedlich komplexen Verfahren erzeugt und befindet sich als Licht- (Dolby,SDDS) oder Magnettonspur auf dem Film oder wird von separaten Datenträgern abgespielt, die dann mit dem Film synchronisiert werden müssen (DTS).
Magnetton spielt im kommerziellen Kino keine Rolle.
Neue Entwicklungen ersetzen den Film durch andere Datenträger (DVD, Festplatte, Satellitenübertragung).
Kino heute
Ihre erste große Zeit hatten Kinos vor der Entwicklung des Fernsehens. In den 1950er-Jahren setzte jedoch eben durch das Fernsehen ein großes Kinosterben ein. Die Filmproduktionsfirmen versuchten deshalb durch neue, teilweise aber kurzlebige, Techniken die Zuschauer wieder für das Kino zurückzugewinnen. So wurde mit 3D-Filmen ein kurzzeitiger Boom ausgelöst und mit neuen Breitwandtechniken experimentiert (Cinemascope Todd-AO, Cinerama, Cinemiracle u.a.), die das Fernsehen anfangs noch nicht ausstrahlen konnte. Dennoch mussten viele Kinobetriebe bis Anfang der 1980er-Jahre aufgegeben werden. Nach der Konsolidierung des Marktes erlebt das Kino heute eine Renaissance.
Image:Berlin Babylon 2005.jpg|Berlin, Babylon (cinema)
Image:Berlin Film-Palast.jpg|Berlin, Film-Palast (cinema)
Image:Hackesche Höfe (Berlin) 2.jpg|Berlin, Varieté und Filmtheater Hackesche Höfe
Image:CinemaxX-BI.jpg|Bielefeld, CinemaxX
Image:Dresden Ufa Cinema Center.jpg|Dresden, Ufa Cinema Center
Image:Lichtburg Essen.jpg|Essen, Lichtburg
Image:Cinedom-Köln.JPG|Köln, Cinedom
Image:Muenchen Gloriapalast Tag.jpg|München, Gloria-Palast
Image:Autokino gravenbruch.jpg|Neu-Isenburg, Autokino Gravenbruch
Image:Stuttgart SI Centrum Maxx Filmpalast 2003.jpg|Stuttgart, SI-Centrum: MaxX Filmpalast
Image:Wien Kuenstlerhaus Kino 2003.jpg|Wien, Künstlerhaus (Kino)
Image:Urania-Eingang.jpg|Wien, Urania
Image:Cannes_FF_Palace.jpeg|Cannes, Le Palais du Festival
Image:London IMAX cinema 2.jpg|London, London IMAX Cinema
Image:Graumanchinesetheater.jpg|Los Angeles CA, Grauman's Chinese Theater (Mann's Chinese Theater)
Image:Fox_Theater_night.jpg|Atlanta GA, Fox Theater
In vielen Städten, die zuvor mit mehreren Kinos ausgestattet waren, blieb nur noch ein Kinobetrieb übrig. Dieses wurde dann oft in kleinere Einzelsäle aufgeteilt, was zu, spöttisch als Schachtelkinos bezeichneten, beengten Kleinkinos führte. Die seit den 1980er-Jahren neu gebauten Kinos, vor allem die so genannten Multiplex-Kinos (Das erste Multiplexkino Europas war das Cinemaxx in Hannover), sind dagegen technisch auf dem neuesten Stand: Dolby Digital- und DTS-Tonanlagen (vereinzelt THX-zertifiziert) gehören zur Grundausstattung, in besonderen Sälen auch SDDS.
Auch die digitale Filmprojektion ist vereinzelt schon anzutreffen. Derzeit gibt es hier jedoch nur wenig Auswahl an großen Kassenschlagern, wie z.B. Star Wars II – Angriff der Klonkrieger, die den Umbau der Kinos und den Einsatz der neuen Technik lohnen. Dementsprechend sind entsprechende Projektionssysteme auch nur selten in Multiplexkinos eingebaut. Mit europäischer Förderung wurde jedoch am 12. November 2004 cinemaNet Europe gestartet. Zielgruppe sind Programmkinos, die bei der Anschaffung der Technik unterstützt werden und kleine Produktionen (schwerpunktmäßig Dokumentationen, Animationsfilme, Kurzfilme), die besonders profitieren, da die Verbreitung über Satellit für unabhängige Filmautoren wesentlich günstiger und leichter zu handhaben ist, als der Verleih herkömmlicher Filmkopien.
Große Kinos spielen meist nur ein sehr beschränktes Repertoire an gerade erfolgreichen Filmen. Dagegen setzt das so genannte Programmkino auf ein vielseitig zusammengesetztes Spektrum auch aus älteren und unbekannteren Filmen. In vielen deutschen Städten gibt auch es ein Kommunales Kino.
Zukunft
Es ist in der Diskussion, den Film überflüssig zu machen: Es wird digital produziert, über Satelliten wird direkt an die Vorführtheater übertragen und dort mittels Videoprojektor aufgeführt.
- Vorteile: teuere Filmkopien müssen nicht mehr angefertigt werden, Transportkosten entfallen, gleichbleibende Qualität wird gesichert, es kann aktueller aufgeführt werden.
- Nachteile: eine längere Periode von Kinderkrankheiten der konkurrierenden Projektionssysteme (vgl. Digitales Kino) und schneller Gerätegenerationswechsel mit hohen umzulegenden Investitionskosten der Kinobetreiber als Folge.
Bekannte Kinos
- Apollo-Kinematograph, Berlin, 1905 bis 1930
- UFA-Kino Berlin; gebaut 1926 bis 1928, Architekt Erich Mendelsohn
- Lichtburg, Essen
- Mathäser-Filmpalast, München
- Türkendolch, München
- Cinecittà Nürnberg, Nürnberg
- Das Erika-Kino, Wien, galt lange Zeit als das älteste noch bespielte Kino der Welt [http://cinetext.philo.at/wienfilm/erika.html]
- Kommunales Kino Frankfurt am Main
- Studio 4, Zürich, Architekt Roman Clemens, heute «filmpodium»
- Kino Frank in Flonheim, mit dem ältesten Filmvorführer von Deutschland, zählt zu den ältesten Kinos Deutschlands und ist das älteste Kino in Rheinland-Pfalz
Siehe auch
- Portal:Film, Filmmuseum, Kommunales Kino, Autokino, Cinemascope, IMAX, Heimkino, Digitales Kino,
- Filmkunst, Stummfilm
- Ufa-Kinos
- Brüder Lumière
- Experimentalfilm
Weblinks
- http://www.kino-geschichte.de (Die Frühgeschichte des Kinos im Stil eines Films)
- http://www.kinogeschichte.at (Über die Anfänge des Kinos am Beispiel der Stadt Klagenfurt)
- http://german.imdb.com (englischsprachiges Verzeichnis von Filmen und Darstellern)
- http://www.cinematrix.org (Top 50 Kinofilme Deutschland)
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ja:映画館
Auflösung (Fotografie)Als Auflösung oder Auflösungsvermögen bezeichnet man in der Fotografie die Fähigkeit eines Objektivs oder Films bestimmte kleinste Strukturen noch wiedergeben zu können. Das Auflösungsvermögen von Filmen wird in der Modulationsübertragungsfunktion (Müf; engl. Modulation Transfer Function, MTF) angegeben.
Ermittlung
Zur Ermittlung des Auflösungsvermögens werden Testaufnahmen von Strichmustern angefertigt. Dazu wird auf den Film ein Strichraster mit zunehmender Ortsfrequenz (in Linien pro Millimeter bzw. Perioden pro Millimeter) und abgestimmter Intensität aufbelichtet und mit einem Mikrodensitometer überprüft, wie stark der Modulationsgrad der Abbildung mit
zunehmender Ortsfrequenz prozentual abnimmt. Die Gitterkonstante eines solchen Strichmusters ist nicht konstant, sondern verändert sich kontinuierlich.
Die Ermittlung des Auflösungsvermögens erfolgt durch Abzählen der noch erkennbaren Anzahl von Strichintervallen pro Millimeter. Die durch den MTF-Wert beschriebene Bildqualität eines Films oder Objektivs berücksicht neben anderen Faktoren wie dem reproduzierbaren Bildkontrast auch das Auflösungsvermögen.
Abbildung: Testmuster zur Bestimmung des Auflösungsvermögens von fotografischen Objektiven und Filmen.
Testmuster zur Bestimmung des Auflösungsvermögens von fotografischen Objektiven und Filmen (1/3)
Testmuster zur Bestimmung des Auflösungsvermögens von fotografischen Objektiven und Filmen (2/3)
Testmuster zur Bestimmung des Auflösungsvermögens von fotografischen Objektiven und Filmen (3/3)
Körnigkeit und Auflösungsvermögen
Körnigkeit und Auflösungsvermögen einiger Farbnegativ- und Umkehrfilme:
Angaben nach den Datenblättern der Hersteller und [http://www.abmt.unibas.ch/SKRIPTEN/ScriptColor/09-kap_8_Koernigkeit.pdf].
Siehe auch
- Bildauflösung
- Ausbelichtung
- Film
- Objektiv
- Wechselobjektiv
Literatur
- Joachim Böhringer u.a.: Kompendium der Mediengestaltung, Berlin: Springer, 1. A. 2001, S. S. 84 ff.
Kategorie:Fototechnik
WeltausstellungDie Weltausstellung, auch Exposition Universelle Internationale, Exposition Mondiale (Expo) oder World's Fair bezeichnet, ist eine internationale Ausstellung, die sich in der Zeit der Industrialisierung als technische und kunsthandwerkliche Leistungsschau etablieren konnte. Die offizielle Institution zur Vergabe der Weltausstellungen ist seit 1928 das Bureau International des Expositions (BIE). Die durch das BIE anerkannten Weltausstellungen dauern 3 bis 6 Monate.
Bureau International des Expositions
Die erste Weltausstellung wurde auf Anregung Prinz Alberts 1851 im Londoner Hyde Park abgehalten. Dort errichtete Joseph Paxton eigens für die Veranstaltung den Crystal Palace, einen Palast aus Eisen und Glas. Die ersten Ausstellungen vereinigten die Welt unter dem großen Dach eines einzigen Gebäudes. Mit der Ausstellung 1867 in Paris konnte der Platzbedarf jedoch nicht mehr gedeckt werden, wodurch man sich gezwungen sah, weitere ländereigene Pavillons zu errichten. Das Konzept der Länderpavillons hat sich bis heute erhalten.
Die Weltausstellungen wurden ein großer Erfolg, da sie die Idee von technischer Faszination mit Amüsement verbanden. Oft wurden Erlebnisparks, Schauarchitekturen und Völkerschauen eingerichtet, die den Weltausstellungen den Charakter von großen Jahrmärkten gaben.
Auf Weltaustellungen gezeigte Weltneuheiten und noch bekannte Bauwerke sind:
- London, 1851 - der Kristallpalast
- London, 1862 - Nähmaschine
- Paris, 1867- Eiscreme-Soda
- Philadelphia, 1876 - Telefon
- Paris, 1878 - Eisschrank und Vorläufer des Plattenspielers
- Paris, 1889 - der Eiffelturm
- Chicago, 1893 - Reißverschluss
- Paris, 1900 - Vorläufer der Rolltreppe
- Mailand, 1906 - der Pavillion Marina
- San Francisco, 1915 - der Tower of Jewels
- Philadelphia, 1926 - Wackelpudding, Tonfilm und elektrische Schreibmaschine
- Brüssel, 1958 - das Atomium
- New York, 1964 - premiere des Farbfernsehen
- Montreal, 1967 - Atomuhr
Die Biennale in Venedig und die documenta im hessischen Kassel griffen ebenfalls die Idee der Weltausstellungen auf, sie konzentrieren sich dabei jedoch meistens auf die bildenden Künste.
Die Weltausstellungen standen oft unter einem Thema: so stand sie in Paris unter dem Thema: "Künste und Technik angewendet im modernen Leben" und in Brüssel hieß es eher kritisch "Dieser Welt das Menschliche zurückgeben".
Die letzte Weltausstellung in Deutschland war die Expo 2000 in Hannover.
Zuletzt fand die Expo 2005 in Japan statt, die am 25. März 2005 eröffnet wurde und ihre Tore am 25. September 2005 schloss. Die nächste Weltausstellung findet 2008 in Saragossa, Spanien statt.
Liste der Weltausstellungen
Die vom BIE anerkannten bzw. ausgerichteten Weltaustellungen sind durch den Hinweis BIE gekennzeichnet.
Siehe auch
- Messe (Wirtschaft)
Weblinks
- http://www.bie-paris.org/
- http://www.expomuseum.com/
Kategorie:Messe
ja:国際博覧会
Montréal
]
]
Montréal [] (englisch []) ist die zweitgrößte Stadt Kanadas und die größte Stadt der Provinz Québec mit 1,8 Millionen Einwohnern (2002). Im Großraum Montréal leben etwa 3,6 Millionen Menschen (2004). Montréal liegt im Osten Kanadas am Sankt-Lorenz-Strom. Die Stadt ist 1600 km vom Atlantik entfernt und bietet mit dem Port de Montréal einen wichtigen Hafen für alle Schiffe auf dem Weg zu den Großen Seen.
Zusammen mit ihrem Ballungsgebiet gilt sie als zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt, obwohl der Anteil der englischsprachigen Einwohner etwa bei 20% liegt. Sie ist das Handels-, Industrie- und Wirtschaftszentrum des östlichen Kanada. 1967 fanden hier die Weltausstellung und 1976 die Olympischen Spiele statt.
Montréal ist auch UN-Stadt (ICAO).
Geschichte
Montréal war, bevor es zu Beginn des 17. Jahrhunderts von den Franzosen in eine Handelsniederlassung umgewandelt wurde ein Wyandot-Dorf, mit Namen Hochelaga. In der Zeit vor der Teilung der Provinz Kanada in Ober- (Ontario) und Niederkanada (Québec) war es mehrmals Hauptstadt dieser Provinz. Der Name Montréal ist nach der Historie entstanden als die ersten Einwanderer auf den Berg am Rande der Siedlung geführt wurden. Der Ausblick war so überwältigend, dass sie den Berg Mont Royal ('königlicher Berg') nannten. So kam die Stadt zum Namen Montréal. Möglicherweise spielt bei der Namensgebung auch eine Rolle, dass der Entdecker Jacques Cartier einen Geldgeber hatte, dessen Familienname Montereale lautete. Noch heute spielt der Berg in der Stadt eine wichtige Rolle. So darf kein Hochhaus höher gebaut werden als der königliche Berg. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763), in Amerika auch als Franzosen- und Indianerkrieg bezeichnet, blieb Montréal bis 1760 in französischem Besitz. Eine britische Armee unter General Jeffrey Amherst zwang am 8. September 1760 die Garnison von Montréal zur Kapitulation, mit der die französische Herrschaft in Kanada de facto endete. Wie ganz Kanada trat Frankreich die Stadt 1763 im Frieden von Paris an Großbritannien ab.
Sehenswürdigkeiten
- Place d'Armes
- Place Ville-Marie
- Der Hausberg Mont-Royal
- Parc Olympique mit dem berühmten Olympiastadion
- Jardin Botanique de Montréal
- Centre Bell
- Altstadt und Pferdedroschken
- Biodôme, Biotop-Zoo im früheren olympischen Radstadion [http://www2.ville.montreal.qc.ca/biodome/site/site.php?langue=en]
Universitäten
Französischsprachig
- [http://www.umontreal.ca Université de Montréal]
- [http://www.uqam.ca Université du Québec à Montréal]
Englischsprachig
- McGill-Universität
- [http://www.concordia.ca Concordia University]
sonstige kleinere Universitäten
- [http://www.etsmtl.ca/ École de technologie supérieure, vorrangig französischsprachig]
- [http://www.hec.ca/ École des Hautes études commerciales, vorrangig französischsprachig]
Sport
- Canadiens de Montréal (Eishockey; NHL)
- Expos de Montréal (Baseball)
- Alouettes de Montréal (Canadian Football; Canadian Football League)
- Grand Prix der Formel 1 in Montréal auf dem Circuit Gilles-Villeneuve
- Schwimmweltmeisterschaften 2005
- Outgames 2006
Persönlichkeiten
- Jacques Cartier, Entdecker und Seefahrer ( - 1491 in Saint-Malo (Frankreich); † 1. September 1557)
Söhne und Töchter der Stadt
- Montagu Allan, kanadischer Bankier, Reeder und Sportförderer
- Sidney Altman, kanadischer Physiker und Chemiker
- Louise Arbour, kanadische Richterin und seit 2004 UN-Hochkommissar für Menschenrechte
- Eric Berne, kanadischer Arzt und Psychiater
- Mike Bossy, ehem. kanadischer Eishockeyspieler
- Jacques Bougie, kanadischer Manager
- Ray Bourque, Eishockeyspieler (NHL)
- Scotty Bowman, ehemaliger Eishockeytrainer
- Henry Brant, US-amerikanischer Komponist kanadischer Abstammung
- Martin Brodeur, kanadischer Eishockeytormann der NHL
- Geneviève Bujold, frankokanadische Filmschauspielerin
- Leonard Cohen, kanadischer Schriftsteller, Komponist und Sänger
- Henry Corden, kanadischer Schauspieler und Sprecher in Zeichentrickfilmen
- Marie-Josée Croze, kanadische Schauspielerin
- Vincent Damphousse, kanadischer Eishockeyspieler
- Alexandre Despatie, kanadischer Wasserspringen|Wasserspringer
- Efrim Emuck, Musiker
- Anke Engelke, deutsche Komikerin und Schauspielerin
- Maynard Ferguson, kanadischer Jazz-Trompeter und Flügelhornist
- Jean-Sebastien Giguere, Eishockeyspieler
- Kenneth Gilbert, kanadischer Cembalo|Cembalist
- Félix Hubert d'Hérelle, Biologe
- Naomi Klein, kanadische Schriftstellerin
- Josée Lacasse, Kanadische Skirennläuferin
- George London, Opernsänger
- Galt MacDermot, kanadischer Komponist
- Marjo, frankokanadische Rocksängerin und Komponistin
- Melissa Auf der Maur, kanadische Rockmusikerin und gelegenheits Fotomodell Schweizer Abstammung.
- Guido Molinari, kanadischer Maler und Grafiker
- Julie Payette, kanadische Astronautin
- Oscar Peterson, kanadischer Jazzpianist
- Mary Pierce, französische Tennisspielerin
- Steven Pinker, Psychologe an der Harvard University
- Henri Richard, kanadischer Eishockeyspieler
- Maurice Richard, kanadischer Eishockeyspieler
- Mordecai Richler, kanadischer Schriftsteller
- Mark Robson, kanadischer Filmregisseur und -produzent
- William Shatner, kanadischer Schauspieler, Sänger, Autor
- Norma Shearer, US-amerikanisch-kanadische Schauspielerin
- Geneviève Simard, Kanadische Skirennläuferin
- Gino Soccio, italienischer Disco-Produzent
- Ian Stevenson, US-amerikanischer Parapsychologe und Begründer der wissenschaftlichen Reinkarnationsforschung
- Pierre Trudeau, kanadischer Politiker und Ministerpräsident
- Yanic Truesdale, kanadischer Schauspieler
- Jean-Claude Turcotte, Erzbischof von Montréal und Kardinal
- Elizabeth Anka Vajagic, Sängerin und Gitarristin
- Jean-Marie-Rodrigue Villeneuve, Erzbischof von Québec und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Jacob Viner, berühmter Ökonom des 20. Jahrhunderts
- Lucille Wheeler, kanadische Skirennläuferin
- Caroline Rhea, Komödiantin, Schauspielerin
Weblinks
- [http://www.arkadien.org/montreal.htm Bilder von Montréal]
- [http://www.toms-huette.de/book.php?id=1&page=1 Tagebuch plus Bilder dreier deutscher Studenten in Montréal]
- [http://www.montreal2006.org/home.html 1. Outgames in Montreal 2006]
Kategorie:Ort in Québec
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:モントリオール
ko:몬트리올
simple:Montreal
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
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Weblinks
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- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
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Mississauga
Mississauga ist eine kanadische Großtstadt westlich von Toronto in der Provinz Ontario mit 695.000 Einwohnern auf einer Fläche von 288.42 km².
Sie wurde 1805 besiedelt und erhielt 1974 das Stadtrecht.
Hauptarbeitgeber ist der in diesem Verwaltungsgebiet befindliche Großflughafen Toronto Pearson International Airport sowie die dort angesiedelten Unternehmen.
Weblinks
(Jeweils Engl.)
- [http://www.mississauga.ca Stadtverwaltung]
- [http://www.mississauga.com Mississauga News]
Kategorie:Ort in Ontario
Osaka
Ōsaka (jap.: 大阪市; -shi) ist mit 2,6 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Japans. Sie liegt im Westen der Insel Honshū, an der Mündung des Flusses Yodo. Mit seinem Ballungsgebiet (auch Kansai genannt um Ōsaka, Kyōto und Kōbe) ist Ōsaka mit fast 15 Millionen Einwohnern eine der größten Städte der Welt und innerhalb Japans der Gegenpol zum Kantō-Gebiet um Tokio.
Die Stadt ist eins der wichtigsten Industriezentren und Häfen Japans und die Hauptstadt der Präfektur Ōsaka. Das Zentrum von Ōsaka ist zweigeteilt in 北 (kita, Norden) und 南 (minami, Süden).
Die Einwohner Ōsakas sprechen einen Dialekt der Japanischen Sprache, der Ōsaka-ben genannt wird.
Ōsaka ist zudem als die Küche Japans und für seine komödiantische Unterhaltungskunst (Manzai) bekannt.
Ōsaka-ben
Geschichte
Die Stadt Ōsaka hieß ursprünglich Naniwa. Dieser Name taucht in historischen Dokumenten auf. Kaiser Shōmu machte diese Region im 7. Jahrhundert zu seiner Hauptstadt – sie behielt diesen Status bis zum 8. Jahrhundert – und nannte sie Naniwa-no-miya (Hauptstadt von Naniwa). Es bestanden schon immer wichtige Land- und Seeverbindungen zwischen Yamato (heute Präfektur Nara), Korea und China. Die ehemalige Provinz Settsu bildet heute den nördlichen Teil der Präfektur Ōsaka mit einem Teil der heutigen Präfektur Hyōgo.
Die buddhistische Jōdō-Shin-shū-Religionsgemeinschaft gründete 1496 in Ishiyama (heute Teil von Ōsaka) ihr Hauptquartier im stark befestigten Tempel Ishiyama-Honganji. Oda Nobunaga begann 1576 die Belagerung des Tempels, die 4 Jahre andauerte. Die Mönche ergaben sich 1580 schließlich. Der Tempel wurde vollkommen zerstört und Toyotomi Hideyoshi baute auf dem Platz seine eigene Burg, die Burg Ōsaka.
Ōsaka wurde vom Mittelalter bis in die vormoderne Zeit Ōzaka (大坂) genannt. Am Beginn der Meiji-Zeit wurde die Stadt von der Regierung in ihren heutigen Namen Ōsaka umbenannt. Heutzutage ist Ōsaka die drittgrößte japanische Stadt nach Tokio und Yokohama und wirtschaftlich am bedeutendsten, da sich die wichtigsten Märkte für den Warenaustausch etc. dort befinden.
Verkehr
Mit dem Kansai International Airport verfügt Ōsaka über einen internationalen Flughafen. Er liegt auf einer künstlichen, rechteckigen Insel, die vor der Küste der Bucht von Ōsaka liegt. Zu seinem Einzugsgebiet zählen auch die Städte Nara, Kōbe und Kyōto.
Kansai ist der geografische Name für das Gebiet um West-Honshū, das um Ōsaka liegt. Verbindungen zwischen Stadt und Flughafen bestehen mit Schiff, Bus und Bahn (Rapīto, Haruka).
Für Inlandsflüge ist der Osaka International Airport in Itami (im Nordosten Ōsakas) und Toyonaka noch sehr bedeutend. Seine Nähe zu Ōsaka, Kōbe und Kyōto entschädigt für die Lärmbelastung der Umgebung.
Neben der U-Bahn existiert ein Netzwerk von staatlichen (West Japan Railway Company) und privatgeführten Bahnen, die das Stadtzentrum mit seinen Nachbarorten verbinden. Die Linien Keihan und Hankyu verbinden mit Kyōto, die Linien Hanshin und Hankyu mit Kōbe, die Kintetsu Linie mit Nara und Nagoya und die Nankai Linie mit Wakayama.
Wirtschaft
In der Vergangenheit war Ōsaka das Zentrum des japanischen Handels, besonders im Mittelalter und in der vormodernen Zeit. Heutzutage haben die meisten Großfirmen ihre Hauptbüros in Tokio, die sie am Ende der 1990er Jahre aus Ōsaka verlegt haben. Einige Konzerne haben allerdings den Standort in Ōsaka.
Im Jahr 1970 fand in Ōsaka die erste Weltausstellung auf japanischem Boden, die Expo '70, statt. Mit dieser Weltausstellung rückte sich Japan nach den Olympischen Spielen von 1964 in Tokyo als Industriemacht ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit.
Kultur + Sport
Ōsaka beheimatet zwei Mannschaften der japanischen Profi-Fußballliga, nämlich Gamba Osaka und deren Rivalen Cerezo Osaka. Damit ist die Stadt das einzige größere Fußballzentrum außerhalb des Großraums Tokyo.
Söhne und Töchter der Stadt
- Tadao Ando, japanischer Architekt
- Midori Goto, japanische Klassik-Violonistin und Philantropin
- Shigenobu Nakamura, japanischer Komponist und Professor
- Hiroshi Ohguri, japanischer Komponist und Hornist
- Midori Seiler, deutsch-japanische Soloviolonistin
- Makoto Shinohara, japanischer Komponist und Professor
- Suzuki Sarina, japanische Schauspielerin
- Nobuyoshi Tamura, japanischer Aikidō-Großmeister
- Kenzo Tange, japanischer Architekt
Bild:Osaka Castle Sakura April 2005.JPG|Burg Ōsaka
Bild:Keyencehq.jpg|Yodo-Fluss und Umeda bei Nacht
Bild:Osakatowernight.jpg|Tsutenkaku bei Nacht
Bild:osaka2.jpg|Traditionelles "Sakura" Volksfes | | |